Irgendwann…

Ja irgendwann werde ich diesen Blog wieder füllen. Irgendwann werde ich die vielen schlimmen Dinge, die uns passiert sind, aufschreiben. Irgendwann werden es nur noch Narben sein, die nicht mehr weh tun. Irgendwann werden wir an den Anfang des Jahres 2014 zurück denken und sagen “Man war das ne harte Zeit!”. Irgendwann werden wir unser Leben wieder normal führen können. Irgendwann werde ich nicht bei jedem Stolperstein erschrecken und von Sorgen gelähmt werden. Ja, irgendwann wird alles wieder gut. Wahrscheinlich sogar besser als es je war. Schließlich sind wir jetzt Drei.

Hobby: Fett sein

dermitdemhut:

So viel Respekt für diesen Artikel, mir fehlen die Adjektive.

Ursprünglich veröffentlicht auf katikuerschmeckert:

Ich bin fett. Das sage ich nicht als “uh, ich bin normalgewichtig, aber dennoch weit vom gängigen Schönheitsideal entfernt!”, sondern ich habe wirklich beachtliches Übergewicht.

Ich war schon immer auf der dicken Seite des Lebens.

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Sport und Bewegung waren nie mein Ding. Ich habe schon als Kind viel lieber gelesen als draußen zu spielen. Meine Eltern haben mich erst spät bekommen (Mutter war 39, Vater 42) und hatten als selbständige Gastronomen mit drei weiteren Kindern nicht besonders viel Zeit für mich. Wenn ich gequengelt habe, hat man mir halt Schokolade gegeben, damit ich ruhig bin. Nicht die beste Erziehungsmethode, aber hey.

Als Teenager war ich weiterhin übergewichtig und Sport war eine Qual, insbesondere Schulsport. Trotzdem habe ich mich viel an der frischen Luft bewegt, war viel Fahrrad fahren, mit Freunden im Schwimmbad und bin spazieren gegangen. Rückblickend betrachtet frage ich mich, wieso ich mich wegen meines Gewichts so fertig gemacht…

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Jahrescharts

Wer Musikmagazine liest, der kennt die beliebten Jahrespolls. Wer mich kennt weiß, dass Musik ein riesiger Teil meines Lebens ist. Daher möchte ich euch die Alben zeigen, die dieses Jahr erschienen und mir besonders wichtig waren.

Platz 10 – Citizen – Youth

Gute Stimmung für Nachmittage am Skatepark. Das Album war eine Beilage in der VISIONS und ich war sofort in das Cover und die Stimmung vermittelt. Es ist als hätte der verzweifelte Jugendliche in mir, der noch da ist, aber die Welt heute durch die Augen eines Erwachsenen sieht, gelernt Songs zu schreiben und schreit sein Leid in die Welt hinaus.

Anspieltipp: Roam the Room

Platz 9 – Amenra – Mass V

Liturgischer, Stimmungsvoller Sludge. So erdrückend und düster, dass man mit guter Laune fast nicht hinhören kann. Perfekter Soundtrack für matschige Tage in zu vollen Zügen. Aber man muss es doomig mögen.

Anspieltipp: Boden

Platz 8 – Junip – Junip

Mein persönliches Sommeralbum. Wer auch immer mir damals den Link in die Twitter-TL gepostet hat, ich bin dir ewig dankbar!

Anspieltipp: Line of Fire, Your Life Your Call

Platz 7 – Ghost – Infestissumam

Eine geheimnisvolle Band mit okkultem Thema und verdammt geilen Surfrock-Orgeln. Etliche Stunden auf Fahrrad und Skateboard hat mich dieser Sound durch das Jahr begleitet. COME TOGETHER AS ONE, FOR LUCIFERS SON!

Anspieltipp: Secular Haze, Ghule/Zombie Queen, Monstrance Clock

Platz 6 – Espen and the Witch – Wash the Sins not only the Face

Mal zur Abwechslung etwas düsteres… HAHA… also ich Esben and the Witch das erste mal im Radio (JA! im Radio, danke hierfür an ON3, das es nicht mehr gibt) hörte, dachte ich mir “FUCK, wer hat da Pop und Black Metal gemischt!?!”. Stimmungsvoll, atmosphärisch und mit jeder Menge Druck. Augen zu machen und sich auf eine akustische Reise durch Island und Skandinavien mitnehmen lassen.

Anspieltipp: Iceland Spar, Smashed to Pieces in the Still of the Night

Platz 5 – boysetsfire – While a Nation sleeps

Ich stehe irgendwo zwischen Enttäuschung und Freudentaumel wenn ich an dieses Album denke. Seit BSF bekannt gaben, dass sie es noch einmal miteinander probieren und auch nach der ersten Tour 2011 war ich voller Vorfreude auf dieses Album. Am Release-Tag flatterte die Schallplatte mit der Post ins Haus und nach dem ersten und zweiten Durchlauf stand fest, dass es schon mal kein totaler Reinfall ist. Aber es eben keine After the Eulogy. Es ist kein Meilenstein. Es ist ein gutes Album und ich habs öfter gehört, als manche andere Alben, die in dieser Liste noch kommen, aber eher da boysetsfire eine meiner Lieblingsbands ist. Das Album macht Spaß, aber der Langzeiteffekt fehlt. Gutes Songwriting und extrem gutes Sampling. Hits gibt es auch. Wahrscheinlich habe ich eben einen neuen Meilenstein des Posthardcore erwartet und nicht bekommen.

Anspieltipps: Wolves of Babylon, Altar of God, Everything went black

Platz 4 – Biffy Clyro – Opposites

Wieder eine Band, die ich erst dieses Jahr kennenlernte. Leider! Ich liebe Mitsing-Alben. Bei Opposites singe ich jeden Song mit. Jede Zeile. Summe jede Melodie. Es geht ins Ohr und von dort nie wieder weg.

Anspieltipp: Different People, Victory over the Sun

Platz 3 – Russian Circles – Memorial

Postrock, der instrumental daher kommt ist nicht Jedermanns Sache, ich persönlich liebe es. Russian Circles brauchen auch keinen Gesang, die Stimmung (wär hätte es gedacht) ist düster und bedrückend. Aus den Songtiteln, kryptisch und uneindeutig, ergeben sich Bilder und Geschichten im Kopf. Und plötzlich kommt im letzten Track Chelsea Wolfe daher und besingt ein Lied.

Anspieltipp: 1777, Memorial

Platz 2 – Deafheaven – Sunbather

Wer an Black Metal denkt, der denkt an Norwegen, Satanismus, düstere Nadelwälder, schwarze Klamotten und Tolkien. Deafheaven haben davon nichts. Nicht mal ein unleserliches Bandlogo. Trve Hipsterian Black Metal eben. Ich liebe dieses Album. Vom Ersten Takt an. Es hat mir einen völlig neuen Horizont gezeigt. Eigentlich war Black Metal nie so 100% mein Fall. Sunbather hat mir Black Metal erklärt. Hat mir die Melodien gezeigt und hat mir gezeigt, dass es nichts mehr mit dem Black Metal der 90er zu tun hat. Oder das sich das Genre nie verändern kann. Ich hab selten so schöne Melodien in so harmoniefeindlicher Umgebung gefunden. Da Album ist ein Gedicht und jede Note ist perfekt so wie sie ist.

Anspieltipp: Dream House, Sunbather

Platz 1 – Queens of the Stone Age – …Like Clockwork

Eigentlich muss man zu QUotSA gar nicht viel sagen. Das Album ist eine konsequente Fortsetzung der durch die Bank guten Alben die diese Band heraus gebracht hat. Ich hab das Album bei schlechter Laune, bei guter Laune, in der Sonne, bei Regen, am Tag und in der Nacht, zum Sport oder zum Mittagsschlaf, beim Arbeiten und beim Warten gehört, es hat immer gepasst. Es ist ein Soundtrack für den Alltag und ein Meisterwerk. Das beste Album das dieses Jahr erschien und ein stetiger Begleiter für mich gewesen.

Anspieltipp: The Vampyre of Time and Memory, Fairweather Friends, If I had a Tail

 

 

 

Ich hoffe ich konnte ein paar Anregungen geben. Ich hoffe ihr habt Spaß. Vielleicht liebt ihr Musik auch so sehr wie ich und habt eure Jahrescharts schon gemacht. Oder ihr wollt welche machen. Dann postet doch den Link bitte als Kommentar. Ich will ja nicht, dass mir ein geniales Album entgeht!

Toskanastilhäuser

Wenn ich durch deutsche Neubaugebiete fahre spüre ich ganz tief in mir drinnen Schmerzen, schwere sogar. Zu den verkappten Almhütten und den aus dem Katalog bestellten Fertigteilreihenhäusern, denen die Besitzer vergeblich versuchen Leben einzuhauchen, hat sich in den letzten zehn Jahren ein weiterer Haustyp dazu gesellt, der mir als gestaltungsempfindamen Menschen schwer in der Seele weh tut. Das Toskanastilhaus.

Wie der Name schon sagt ahmt das Haus nur einen bestimmten Stil nach. Es behauptet durch seine Namen, das es den Baustil der Toskana beinhaltet, aber nicht mal bei seiner Namensgebung ist dieses Gebäude ehrlich. Doch zunächst Fragen sich vielleicht einige, was für Häuser ich genau meine. Sogenannte Toskanastilhäuser haben meist einen quadratischen Grundriss, zwei Vollgeschosse, ein flachgeneigtes Walmdach, raumhohe Plastikfenster und einen geschmacklosen terracottafarbenen Anstrich. Jeder hat diese Art Haus wohl schon einmal gesehen.

Um zu verstehen, warum diese Häuser nun in meinen Augen architekturtheoretisch so schrecklich und verwerflich sind, muss in die Geschichte gehen. Die heutigen Toskanastilhäuser sind Kopien des italianaten Stils. Dieser geht wiederum aus der italienischen Architektur des 16. Jahrhunderts hervor, wo er sich mit dem angelophoben Weltbild des 18. Jahrhunderts vereint. Wir sind also bereits hier bei einer Kopie und Entfremdung eines eigentlichen Baustil. Die Idee der Neorenaissance war für die englischen Gentleman dahingehend interessant, da die italienische Architektur für sie Anmut und Eleganz darstellte. Sie bauten so ihre ländlich gelegenen Wochenendhäuser. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die anfangs verspielten Landhäuser zu viel strengeren und formaleren Bauwerken. Gleichzeitig verlor die britische High-Society ihr Interesse an dieser Art zu bauen, da sich der Stil zunehmend in den USA und Nordeuropa ausbreitete und an Beliebtheit gewann.

Der italianate Stil ist jedoch von den heutigen Toskanastilhäusern zu unterscheiden. Sie teilen sich zwar Merkmale wie das flachgeneigte Dach und hohe schmale Fenster, doch leider weisen die heute gebauten Häuser keinerlei Verspieltheit in Gestaltung und Formensprache, zum Beispiel in konsolengestüzten Dachtraufen oder der Entwässerung, auf. Die Ästhetik geht im Maßstab verloren, was einstmals italienische Villen schmückte und Eleganz verlieh ist nicht auf die große eines europäischen Einfamilienhauses herunterzubrechen. Der Bautyp hat seinen Sinn sich im wild gewachsenen Landschaftsbild oder im angelgten Naturpark einzupassen, nicht im deutschen Neubaugebiet und in urbanisierte Dorfbereiche, welche sich durch stets getrimmten “Sport- und Spielrasen” und durch eine Buchsbaumhecke auszeichnet.
Architekturgeschichtlich gesehen ist die heutige Bauweise also ein Rückschritt. Denn es entstanden aus dem ehemals italianaten Villenstil um 1900 die typisch amerikanischen, viktorianischen Villen und Stadthäuser, die das Stadtbild vieler Großstädte der USA noch heute prägen. Klassische Beispiele hierfür sind San Francisco und New York. Aus diesen entwickelte sich später konsequent die Klassische Moderne.

Warum wollen also deutsche Bauherren Häuser bauen, die geschichtlich entfremdete Kopien von Renaissancebauten, unter weiterer Verfremdung, erneut kopieren?
Wahrscheinlich weil sie es nicht besser wissen und es schön finden. Leider fußt dieses Schönheitsverständnis auf einer fehlgeleiteten Interpretation moderner Architektur verbundeb mit der Angst vor Neuem. Menschen, die sich solche Häuser bauen lassen wollen schicke, moderne Wohnhäuser, die am besten auch noch energetisch auf Höchstform sind, aber sie fürchten sich gleichzeitig vor der typischen architektonischen Kälte der heutigen Architekturlehre, und zu guter Letzt mit dem Ammenmärchen man könne heutzutage immer noch keine völlig dichten Flachdächer herstellen. Hier kann man gut erkennen welche Schäden aus unwissen, schlechter Beratung und Angst entstehen können.
Ein andere Grund, beziehungsweise eine Folge der vorherigen Schilderung ist, dass durch das angetriebene bauen dieses Haustyp es sich zu einer Mode entwickelt hat. Durch Globalisierung und größere internationale Verknüpfungen wird die regionale Identität schwächer. Man baut sich sein Haus so wie man Urlaub macht. Toskanastilhäuser in Hessen, Reetdachdeckung in Oberbayern und frankisches Fachwerk im Saarland. Diese stilistische Vermischung führt jedoch nicht zu einer internationalen Architektursprache, wie sie schon die Meister der klassischen Moderne schaffen wollten, sondern zu einem Identitatsverlust der einzelnen Regionen. Man könnte fast meinen die Menschen fühlen sich nicht mehr wohl. Das tragischen ist nicht der Verlust einer Bautradition, aber das ersetzen dieser durch eine regional anders gewachsenen ist es.

Vermeintliche energetische oder nutzerabhängige Vorteile sind von der Hand zuweisen. Der toskanische Baustil hat gegenüber klassischen oder modernen Bauweisen weder vor noch Nachteile. Man kann an dieser Stelle nur an Architekten, Bauherren und Städtebauer appellieren sich einer modernen, internationalen Architektur zu öffnen, mutig zu sein neue Ideen umzusetzen und diese von Seiten der Staatsgewalt dann auch zu zulassen. Bevor man, aus Angst vor einem Flach- oder Pultdach, dem Haus ein verkrüppeltes Hütchen als Dach aufsetzt, solle man sich lieber den klassischen Dachformen von Sattel- oder Walmdach zuwenden. Anstatt hohe Fensteröffnungen sinnlos in den Fassadenraum zu stellen, muss man Position und Form von Öffnungen an Nutzung, Aus- und Einblicke anpassen.

Es gibt keine hässliche und auch keine schöne Architektur, aber es gibt sehr wohl richtige und falsche. Toskanastilhäuser sind in deutschen Dorfgebieten ganz sicher falsch. Der toskanische Baustil ist eigentlich überall falsch, außer vielleicht in der Toskana, aber da wird er nur benutzt um Ferienhauskolonien für deutsche Urlauber zu bauen.

BLOGSALE

Wie vielleicht viele von euch wissen bekommen wir Nachwuchs. Um für Baby-Hut noch ein paar schöne Dinge zu kaufen löse ich meine Comicssammlung teilweise auf!

Wenn ihr euch für Comics interessiert oder jemanden kennt der sich für Comics interessiert, dann schaut doch mal rein. Vielleicht findet ihr ja auch noch ein Weihnachtsgeschenk.

Wie es sich gehört landen natürlich kleine Überraschungen im Paket wenn ein Follower die Auktionen gewinnt. Also wenn ihr eine der Serien oder Sonderbände ersteht schreibt mir eine Nachricht auf Ebay und sagt mir euren @namen.

Viel Spaß beim bieten und danke für die Unterstützung!

http://www.ebay.de/itm/Spawn-Comic-Ausgabe-1-12-komplette-Serie-Image-Infinity-1997-/291008782524

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http://www.ebay.de/itm/Goldenboy-Comic-deutsch-Vol-1-5-/291008806227

http://www.ebay.de/itm/Deadpool-komplette-Serie-1-17-deutsch-/291008772004

Heimat

Mein Vater versuchte mir in meiner Jugend immer die Zeitung als entspannende Lektüre nahe zu bringen. Schließlich bilde diese das Allgemeinwissen, an welchem es mir in den Augen meines Vaters deutlich mangelte, und sei eine großartige Möglichkeit für ein oder zwei Stunden zu entspannen. Mit 13 Jahren war mir das herzlich egal. Nichts Schnöderes gab es für mich als in der Lokalzeitung zu lesen was dieser dicke Bundeskanzler gerade schon wieder gemacht hat und warum er hieß wie Gemüse, welches ich nicht essen mag. Aber mein Vater versuchte mir ja auch immer fränkisches Brauchtum, das Berufsbeamtentum und Wandern nahe zu bringen. Heute erfüllen einige dieser Dinge mein Bedürfnis nach Ruhe, Entspannung und Erfüllung oder ich habe einfach Verständnis dafür. So wie das Zeitung lesen. Ich werfe eigentlich mehrmals täglich einen Blick in die Onlineversionen von ZEIT und Südeutscher Zeitung und manchmal am Wochenende wenn ich weiß, dass ich viel Zeit habe oder mir wünschen würde viel Zeit zu haben kaufe ich mir eine Printausgabe selbiger. Dann sitze ich da, trinke Kaffee und lese einfach nur Zeitung. Bohemian like me.

So ein Wochenende war dieses, nachdem endlich alle Möbel für den Nachwuchs aufgebaut sind und alle Wände gestrichen sind, Alle Babyklamotten gewaschen und einsortiert, der Kinderwagen aufgebaut ist und meine Frau signalisiert hat, dass das Nest nun für meinen Stammhalter bereit sei, gönnte ich mir die Ruhe und Entspannung Zeitung zu lesen. Meine Wahl viel auf die Süddeutsche, das passiert nämlich immer dann, wenn mich interessiert was im regionalgefassten Teil der Welt passiert und ich nicht in der Stimmung bin mir mein Hirn zu verbiegen um zu verstehen was da so steht. Für Letzteres entscheide ich mich für Die Zeit. Nachdem ich mich durch Politik und Feuilleton geschmökert hatte und inzwischen von Kaffee auf Espresso umgestiegen war, landete ich, völlig unerwartet im Wirtschaftsteil, auf einen Artikel der sich mit Heimat beschäftigte und mich nachhaltig aufwühlte. Früher war Heimat für mich immer ein negativ belegter Begriff, der für Kleingeister und Lokalnazis vorbehalten war. Jetzt da bald mein kleiner Sohn zur Welt kommt frage ich mich, wo sein Heimat sein wird.

Für mich war meine Heimat immer da wo meine Familie ist und da meine Familie nie umzog war diese immer in einer Gemeinde östlich einer Kleinstadt im fränkischen Ballungsgebiet. Als ich so darüber nachdenke, ist das zwar heute auch noch meine Heimat, nur fühlt sich mein Elternhaus nicht mehr an wie damals, als ich im sonnendurchfluteten Wohnzimmer saß und Spiderman-Cartoons sah, während mein Vater Zeitung las und versuchte mich dafür zu begeistern. Heute ist es das Haus von zwei älteren Leuten, die noch ein wenig zu jung für die Rente sind, aber deutlich darauf zu arbeiten. Heimatgefühl ist das nicht mehr. Durch meine eigene Familie die gerade entsteht hat sich mein Gefühl von Heimat geändert. Aber nicht die Gleichung, dass Heimat da ist wo meine Familie ist, ist verändert worden, sondern die Parameter haben sich verändert. Meine “heimatbildende” Familie ist nicht mehr meine Mutter, mein Vater und meine beiden Brüder, sondern Meine Frau mit meinem ungeborenen Sohn im Bauch. Und wo diese Beiden sind wird immer mein Zuhause sein. Auch die Region hat sich nicht geändert, wir leben im provinziellen Niemandsland und finden es schön da. Jetzt wo die Mietpreise steigen suchen wir nach günstigem Wohnraum auf dem Dorf. Wenn wir mal ein Haus bauen, dann da wo es schön ruhig ist und der Baugrund günstig.

So verändern sich die Variablen und dadurch verändert sich der Graph. Weggezogen in große Städte hat es mich immer, aber nie ernsthaft. Mich hat es beängstigt in diesen Molochen zu leben. Ich habe mich immer einsam und fehl am Platz gefunden. Ich wollte hier nie wirklich weg. Nur weg von der Langeweile, die man als Kleinstadt-Heranwachsender empfindet. Heute habe ich eher das Bedürfnis nach noch mehr Natur und viel mehr Ruhe. Wandern wirkt für ich wie die ultimative und absolute Entspannung. Seelenfrieden im Schoße der Natur finden. Ruhe von städtischem Lärm und dem Zauber der Erde folgen. Romantisch verklärt durch Landschaftskulissen wandeln. Ein bisschen lebe ich ja schon den spießigen Traum. Sicherer und aufgehobener hab ich mich nie gefühlt.

Der kleine Forscher, der getrieben ist vor Neugier nach allem was ich noch nicht gesehen habe, warnt immer, dass man andere Städte doch nur kennenlernen kann wenn man in ihnen gewohnt hat, aber ich wäre dort immer nur ein Zugezogener. Meine Heimat ist da wo ich Wurzeln habe. Und das nicht nur ich so denke tut gut, gerade als ich meinen Browser öffnete um diese Gedanken abzutippen wurde mir wie durch eine Fügung der Eintrag vom Sonderbayer angezeigt, der sich anscheinend ähnliche Gedanken macht wie ich.

Da bleibt mir nur noch eins zu sagen:

Servusla!

Gesund ist das neue Cool.

Annähernd 27 Jahre habe ich meinem Körper fast alles zugemutet, was man als Mensch legal tun kann ohne sich dabei umzubringen. Irgendwann zwischen der Entscheidung ein Kind zu bekommen und der tatsächlichen Zeugung von diesem habe ich meinen Lebensstil geändert. Zum Glück, aber leider doch eigentlich zu spät.

Noch vor knapp zwei Jahren bestand mein Tagesablauf aus Zigaretten, Studium, Fast-Food und Computerspielen. Nichts davon ist so richtig schlecht, naja außer die Zigaretten, aber das kann jeder für sich entscheiden, jedoch in den Mengen die ich konsumierte, alles andere als schön. Außer Spezi und Bier habe ich eigentlich kaum Flüssigkeit zu mir genommen. Kurzstrecken bin ich mit dem Auto gefahren und mein PC-Stuhl hatte eine gut eingesessene Lehne. Meinen Schlaf habe ich jede Nacht auf 5-6 Stunden getrimmt und dann fiel es mir meistens auch noch schwer einzuschlafen. Aber das Schlimmste ist, dass ich meinen Lebensstil auch noch verdammt cool fand. “Ohja, sieh mich nur an mich verwegenen, ungepflegten Rocker, wie ich mich selbst zerstöre, denn lieber ausbrennen als langsam verglühen, voll Kanne Hoshi!!!”. Man war ich doof.

Dieses Jahr im Frühjahr, nach einem ziemlich unangenehmen Befunds durch meinen Penisarzt, änderte sich vieles. Unfruchtbar zu sein und nie Kinder kriegen zu können ist nämlich gar nicht mehr so cool. Definitiv wurde mir mein schlechter Lebensstil zum Verhängnis und ich musste die Konsequenz dafür tragen. Die erste Maßnahme war das Rauchen aufzugeben, die ich wohl viel zu spät getroffen habe, beziehungsweise wäre mir früher klar gewesen wie eklig das für Nichtraucher ist sich mit einem Raucher im gleichen Raum aufzuhalten, ich hätte nie damit angefangen. Ich schäme mich regelmäßig dafür, dass ich so ein widerlicher Stinker war und möchte mich am liebsten ständig für meine 12-jährige Raucherkarriere entschuldigen. Aber das war nur der Anfang, ich fing mit regelmäßigem Sport an und blieb dabei. Routinen ins Leben zu bringen ist schwieriger als schlechte Angewohnheiten los zu werden, aber ich bereue keinen Tag Arbeit den ich in meinen Lebenswandel gesteckt habe.

Durch den Sport hat sich mein Körper ziemlich schnell sehr verändert und ich merkte, dass ich wohl doch nicht ein Leben lang ein buckliger, blasser Mann mit Hang zur Adipositas sein musste, sondern, dass durch ein wenig Sport mein Körper sich verändert. Der große Durchbruch kam allerdings bei der Ernährungsumstellung. Bis dahin hatte ich zwar geschafft meine Muskulatur zu stärken und etwas zu definieren, allerdings hatte ich kein Gramm abgenommen. Warum? Ich esse einfach verdammt gerne verdammt viel. Ich bin mir nicht sicher ob es das Wort Binge-Eating gibt, aber wenn, dann beschreibt es meine Essgewohnheiten sehr gut. “Oh, 500 Gramm Nudeln, rein mit dir! Was gibt es als Nachspeise?” Nach dem Konzert noch mal schnell 6 Cheeseburger waren keine Seltenheit. Durch meinen Sport fühlte ich mich dazu berechtigt noch mehr zu fressen, daher schaffte ich es ja trotz diszipliniertem Training im Fitnessstudio noch mal 4 Kilo zuzunehmen. Einfach unglaublich, da quält man sich drei mal die Woche durch die Höllenmaschinen in diesem Körperpalast aus Linolium und weiß lackiertem Aluminium, nur um dann alles was man verbrannt hat wieder in sich rein zu fressen. Und wenn dann nach einem Monat wieder nix runter sondern nur drauf ging, dann war ich enttäuscht. Man war ich doof.

Irgendwann bin ich aufgewacht. Ich hab meine Ernährung umgestellt und schreibe ziemlich genau auf, was ich esse und schaue immer nach wie viel Kalorien, Kohlehydrate, Eiweiß etc. das gute Zeug hat. Ich versuche so regelmäßig zu essen, dass ich gar keinen Hunger mehr bekomme und ersetzte Naschereien durch Obst oder Gemüse. Oh Gott, ich klinge wie ein Ernährungsberatungsbuch. ÄTZEND! Aber scheiß drauf, es macht viel mehr Spaß bewusst zu essen, mir schmeckt das Zeug viel besser und vor allem schmeckt ein Royal TS viel geiler, wenn man weiß, dass man dafür noch genug Kalorien für den Tag über hat. Gefühlt verzichte ich nämlich auf gar nichts. Ich hab Bock auf Burger? Ich teile meinen Tag so ein, dass es Abends für n Big Mac reicht. Schnitzel mit  Pommes? Läuft, geh ich heute Abend eben 60 statt 30 Minuten auf den Crosstrainer. Manche Dinge habe ich auch aus meinem Leben geworfen, zum Beispiel Tiefkühlpizza. Von einer werde ich nicht satt, besonders gut schmecken tut es auch nicht und dafür dann über die Hälfte meines Tagesbedarfs verschwenden. Nein Danke, dann esse ich doch lieber drei Portionen geile Selbstgemacht Spaghetti-Sauce mit Eier-Nudeln und bin pappsatt. 

Jetzt muss ich es nur noch schaffen mehr zu schlafen. Im Schnitt sind es zwar inzwischen unter der Woche 7 Stunden Schlaf, was durchaus normal ist, aber 8 Stunden sind natürlich das Beste was man sich gönnen kann. Der große Gewinn hierbei ist, dass ich verdammt gerne schlafe und vom Schlafen ist noch keiner gestorben. Alles in Allem kann man sagen, dass es mir gefühlte 100% besser geht als vor einem halben Jahr und dass ich sowohl Freude am Leben als auch an der Bewegung habe. Mich graut es nicht davor Klamotten zu kaufen oder mal ne engere Hose zu tragen. Meine Idealvorstellung ist ein richtiger Naturbursche zu werden. Nächstes Jahr möchte ich eine Nacht im Freien schlafen und viel, viel Wandern. Ich will meinem Sohn vorleben wie es sein kann wenn man sich wohl fühlt und wie schön es sein kann aktiv und gesund zu leben. Aber vielleicht ist das jetzt alles auch nur ganz hipper New-Age-Outdoor-Slowfood-Schmarrn, Hauptsache mir macht es Spaß.